Kölnische Rundschau - 10.09.2011 Von Ralf Arenz Vor 50 Jahren wurde die Kölner Handelshof-Gruppe gegründet.
16 Märkte für 300 000 Kunden. Himmelreich und Willick sind alte Kölner Kaufleute. 1841 startet Frank
Willick als Kaffee-Importeur, Alfred Himmelreich machte 1897 ein
Kolonialwarengeschäft in der Ehrenstraße auf. Beide Unternehmen waren als stille
Gesellschafter zu einem Drittel beteiligt, als 1959 in Haan der erste Handelshof
eröffnet wurde. Die Stammfirmen, die auch heute noch hinter dem Unternehmen
stehen, gründeten dann 1961 die Handelshof-Gruppe und eröffneten im Herbst in
Köln den Markt. „Das waren goldene Zeiten“, erklärt Baer. Cash & Carry-Märkte,
Selbstbedienungsläden für Weiterverkäufer, waren neu und trafen voll den
Geschmack der Kunden. Hier holten Gastronomen, Hoteliers oder Kaufleute Ware
selbst ab, mussten also nicht darauf warten, bis sie ihnen geliefert wurde. Die
Märkte damals waren direkt profitabel, so Baer. Bis 1992 machten vier weitere
Märkte auf. Einen Wachstumsschub gab es 1996, so Baer. Die Gruppe übernahm fünf
Märkte eines Wettbewerbers und eröffnete in Rheinbach einen weiteren. Heute hat
das Unternehmen 16 Märkte in NRW und Norddeutschland. In ihnen arbeiten 2300 bis
2400 Mitarbeiter, darunter 146 in Rheinbach und 140 in der Kölner
Firmenzentrale. 2010 setzte die Gruppe 672 (2009: 653) Millionen Euro um. Den Gewinn nennt
das Unternehmen nicht. Nur so viel: Die Ergebnisse seien „ganz ordentlich“, so
Baer. Im vergangenen Jahr hätten aber die Neueröffnungen in Hamm und Rostock das
Ergebnis belastet. 26 Millionen statt der sonst üblichen sechs bis acht
Millionen habe das Unternehmen investiert. Und heute dauere es drei bis vier
Jahre, um einen Standort zu entwickeln. Die Zukäufe müssten erst einmal verdaut
werden, so Baer. Erst dann soll es eine weitere Expansion geben. Die Konkurrenz im Handel ist härter geworden. Der Handelshof fühlt sich aber
laut Baer wohl in seiner Nische. Über die Hälfte des Umsatzes macht das
Unternehmen mit der Gastronomie, dazu kommen Freiberufler wie Steuerberater oder
Rechtanwälte, die ihren Bürobedarf decken, und Handwerker. Die insgesamt 300 000
Kunden seien durchaus zahlungskräftig, so Baer. Mit Discountern will er nicht
konkurrieren. Er setzt auf höhere Qualität, Service und ein breites Sortiment
auch mit frischem Obst und Gemüse. 120 000 Produkte sind gelistet, davon ist etwa ein Zehntel Pflichtsortiment.
Den Rest stellen sich die Märkte nach ihren Bedürfnissen zusammen. Etwa 80 000
Artikel hat jeder Markt in den Regalen. Und die bringt das Unternehmen auch
immer öfter zum Kunden. 20 Prozent des Umsatzes wird inzwischen über die
Zustellung erzielt. An den neuen Märkten haben die Stämme des Familienunternehmens die gleichen
Anteile. Bis 1990 hält einmal der eine, einmal der andere die Mehrheit.
Inzwischen gibt es 17 Gesellschafter, darunter die Bruno und Helene
Jöster-Stiftung, die Projekte im Gesundheitswesen unterstützt.
KÖLN. Wer sich genau im
Handelshof in Köln-Poll umschaut, findet noch Hinweise auf die Anfänge des
Unternehmens. Eröffnet wurde der Markt vor 50 Jahren in einer 2000 Quadratmeter
großen Halle, die vorher der Düsseldorfer Messe gedient hatte, erzählt Wolfgang
Baer, Sprecher der Geschäftsführung der Handelshof-Gruppe. Die Halle hatten die
Unternehmensgründer, die Firmen A. Himmelreich und Franz Willick, günstig
gekauft, abbauen und in Köln wieder aufbauen lassen. Der Besucher muss aber
genau hinsehen. Durch Um- und Ausbauten hat der Markt heute 15 000
Quadratmeter.

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