Handelshof expandiert vor allem in NRW – Zustellgeschäft für Großkunden wird ausgebaut
Das Kölner Familienunternehmen hat 2006 ein Rekordergebnis erzielt.
VON EVELYN BINDER Köln - Die Kölner
Handelshof-Gruppe hat im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem dank des
WM-Effekts gut verdient: Der Großhandelsumsatz kletterte um 6,2 Prozent auf rund
614 Millionen Euro. Flächenbereinigt – ohne den neuen Markt in Köln-Müngersdorf
– blieb ein Plus von 3,5 Prozent. „Wir sind sehr zufrieden“, sagt Wolfgang Baer,
Sprecher der Geschäftsführung. Das Ergebnis sei das beste in der
Firmengeschichte gewesen, so Baer weiter, ohne Details nennen zu wollen. Den
Cash-Flow bezifferte er auf 17 Millionen Euro. Auch für das laufende Jahr ist die Gruppe optimistisch. Dabei
profitiere man davon, dass es den Hauptkunden aus der Gastronomie wieder besser
gehe, sagt Baer. Im ersten Halbjahr 2007 sei der Umsatz um zwei Prozent auf rund
296 Millionen Euro gestiegen. Traditionell umsatzstärker sei aber das zweite
Halbjahr. Anders als die Konkurrenz will das Familienunternehmen, das
insgesamt rund 2100 Mitarbeiter beschäftigt, auch weiterhin keine Experimente im
europäischen Ausland wagen: „Wir wollen moderat wachsen und vor allem in NRW
verdichten“, sagt Baer. Alle zwei Jahre soll künftig ein neuer Markt eröffnet
werden. Die vorerst letzte Großinvestition war die Eröffnung eines Abholmarkts
in Köln-Müngersdorf im Jahr 2005. Zu der im Einkauf und in der Logistik mit
Edeka kooperierenden Unternehmens-gruppe gehören 14 Abholmärkte für
Gewerbekunden. Schwerpunkt ist NRW, Filialen hat das Unternehmen aber auch
im Großraum Hamburg sowie in Güstrow und Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern).
Große Hoffnungen setzt das Unternehmen in die – allerdings kostenintensive –
Warenzustellung, die neben den Abholmärkten betrieben wird. Das Geschäft mit
Großkunden wie etwa Ford in Köln und Bayer in Leverkusen, die von der eigenen
Flotte beliefert werden, wurde in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut
und erreicht mittlerweile einen Umsatzanteil von 16 Prozent. Konserve weniger gefragt Deutliche Veränderungen gibt es im Sortiment, das rund 80 000
Artikel umfasst: Der Frische-Bereich werde in Zukunft weiter ausgebaut; in neuen
Märkten hat er von vorneherein einen größeren Raum. „Die Konserve geht
immer mehr zurück“, so Baer. Der Tiefkühlbereich, frisches Obst und Gemüse sowie
frische Molkereiprodukte seien hingegen zunehmend gefragt. „Die
Qualitätsansprüche steigen. Dem tragen wir Rechnung.“ Konsequent zurückgefahren
wurden dagegen in den vergangenen Jahren verschiedene Produktgruppen, die
Handelshof nicht mehr zum Kernsortiment zählt: Uhren und Schmuck, Möbel, der
Do-it-yourself-Bereich und Teppiche. Im laufenden Jahr will die Gruppe nach eigenen Angaben rund
acht Millionen Euro investieren. Ein Großteil dieser Summe fließt in die
Renovierung und Umgestaltung der Filiale in Köln-Poll, die um rund 800 auf 15
000 Quadratmeter erweitert wird.
Kölner Stadt-Anzeiger - Freitag, 13. Juli 2007

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