Der Handelshof wird um die Weihnachtszeit bis 24 Uhr geöffnet haben. Real bis 22 Uhr. Die meisten Einzelhändler in den Innenstädten haben sich auf längere Geschäftszeiten bis 20 Uhr geeinigt.
VON STEMME SANDMEIER Die Mönchengladbacher Handelshof-Filiale legt vor: Als erstes
Einzelhandelsunternehmen wagt Geschäftsfiihrer Joachim Potrykus, die
Öffnungszeiten vor und nach Weihnachten auf 24 Uhr zu verlängern. Damit reagiert
er auf die „ungünstige Feiertagskonstellation für die Einzelhändler" und
versucht somit, den Ansturm am 22. und 24. Dezember zu entzerren. „Wir vermuten,
dass viele Menschen am 21. Dezember ihren letzten Arbeitstag vor Heiligabend
haben und wir samstags und montags vor Weihnachten ein erhöhtes
Einkaufsverhalten haben werden", so Potrykus.
UND CAROLA SIEDENTOP
Mehr Arbeitskräfte benötigt
Und um dem zu
entgehen, will man den Kunden - in diesem Fall ausschließlich Gewerbetreibenden
- die Möglichkeit geben, den Einkauf auf die späten Abendstunden zu verschieben.
Will heißen: Vom 17. bis 21. sowie am 27. und 28. Dezember wird die Filiale von
7 bis 24 Uhr durchgehend geöffnet sein - Heiligabend und Silvester von 6 bis 12
Uhr. Ein Angebot an den Verbraucher, das viele Arbeitskräfte verlangt.
Allerdings würden solche Aktionen immer im Betrieb abgesprochen.
„Auch bei
Real kann bis Ende des Jahres länger eingekauft werden. In der Filiale „An der
Reiherhütte" bleiben die Türen montags bis freitags von 8 bis 22 Uhr geöffnet,
in der Krefelderstraße gelten diese Zeiten von donnerstags bis samstags. „Wir
öffnen nicht alle unsere Filialen bis 22 Uhr, sondern entscheiden je nach
Standort, ob verlängerte Öffnungszeiten sinnvoll sind", so Sprecher Markus
Jablonsky.
Eine ähnliche Reaktion wünschen sich auch die Vorsitzenden der
City-Managements Mönchengladbach und Rheydt, Gregor Langweg und Rainer
Kellermann. Man habe bereits die Empfehlung an die lokalen Einzelhändler
ausgesprochen, sich in den Dezembertagen an eine Kernöfmungszeit bis 20 Uhr zu
halten. „Derzeit gibt es eine starke Tendenz, dass sich die Masse an Zeiten bis
19 Uhr hält", erklärt Laagweg. „Auch wenn es im Endeffekt jedem Unternehmer
freisteht, davon abzuweichen." Denn gerade kleinen und familiengefühlten
Geschäfte können die langen Öffnungszeiten personelle Probleme bereiten. Die
großen Kaufhäuser wie zum Beispiel Galeria Kaufhof, Shopping Galerie und
Karstadt haben einheitlich montags bis samstags bis 20 Uhr geöffnet. Mit
Außnahme des Vitus-Centers, das samstags bereits um 18 Uhr
schließt. Galeria Kaufhof setzt die längeren Zeiten bereits jetzt schon
um.
Saturn wird sich den Absprache sowohl in Gladbach (10 bis 20 Uhr als auch
in Rheydt (ab 9.30 Uhr) anschließen. „Ob wir darüber hinaus noch länger öffnen,
haben wir noch nicht entscheiden", sagt Geschäftsführer Eduard Pelzen.
Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Händlerkollegen mitziehen.
Das
erste Jahr nach Öffnung der Ladenschlusszeiten hat gezeigt dass die Kunden ihre
Einkaufsgewohnheiten noch nicht umgestellt haben, meldet der
Einzelhandelsverband NRW. In den Herbst- und Vorweihnachtstagen werden längere
Öffnungszeiten von den Kunden zwar besser angenommen. Laut Umfragen erledigt ein
Großteil der Kunden seine Einkäufe jedoch weiterhin vor 19
Uhr.
Mönchengladbacher Stadtpost - 20. November 2007

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