Feuertopf oder Dutch Oven

Was ist das überhaupt?

Der Dutch Oven oder auch Feuertopf ist im Grunde nichts anderes, als ein schwerer, gusseiserner, dreibeiniger Kochtopf mit einem besonders geformten, ebenfalls gusseisernen Deckel und Henkel. Typischer Weise stellt man den Feuertopf direkt in die Glut, bzw. hängt ihn an einem Dreibein direkt darüber auf. Nach einiger Zeit erwärmt sich das Eisen und hält die gespeicherte Wärme sehr lange und vor allem gleichmäßig fest, sodass die Zutaten im Inneren sehr schonend und gleichmäßig garen.

Im Dutch Oven lassen sich Suppen und Eintöpfe ebenso gut zubereiten, wie Schmorgerichte, Braten, Gulasch, BBQ, Brot oder Kuchen. Kurz gesagt kann man im Feuertopf fast alles zubereiten, was auch im normalen Backofen geht. Sogar Pizza!

Was den Dutch Oven so besonders macht?

Es ist wirklich mal was Anderes! Denn immer nur Grillen ist auf Dauer ja auch irgendwie langweilig. Mit einem Dutch Oven hat man die perfekte Alternative (oder Ergänzung) zum klassischen Grill. Und er sieht wirklich gut aus. Einzige Voraussetzung ist ein offenes Feuer in einer dafür hergerichteten Feuerstelle oder eine gute Feuerschale, die man später schnell wieder beiseite räumt.

Die drei Beine verhindern, dass der Dutch Oven kippt oder wackelt – der wahre Clou des Topfes ist aber sein Deckel – und zwar in dreifacher Hinsicht:

1. Er liegt (auch durch sein Gewicht) so dicht auf, dass praktisch keinerlei Feuchtigkeit heraus verdampfen oder Wärme entweichen kann – das Gargut bleibt also wirklich sehr saftig.

2. Dadurch, dass der Deckel einen besonders hohen Rand hat, kann Kohle, die man durchaus auch auf den Deckel legen sollte (manche sagen: man MUSS) nicht herunterfallen. Das macht die Handhabung sehr einfach und senkt die Verletzungsgefahr.

Nicht alle Anbieter machen das so, aber zum Beispiel der Feuertopf der Firma Petromax verfügt zusätzlich noch über drei Füße an der Oberseite. Warum? Damit man den Deckel auch als Bratpfanne verwenden kann! Der Deckel wird hierfür mit den Füßen nach unten direkt über die Glut oder das offene Feuer gestellt – da reichen drei (Back)steine als Standfläche. Praktisch!

Kein Wunder, dass der Dutch Oven bei der Besiedelung Nordamerikas bei keinem Treck und in keinem Planwagen fehlen durfte: Er war einfach DAS universelle Küchenutensil für Reisen im Freien! Er ersetzte eine ganze Küche! Und weil es ihn in verschiedenen Größen gab (und gibt), konnten sehr leicht auch verschiedene Gänge bzw. Gerichte gleichzeitig gekocht, gebacken, gegart oder geschmort werden.

Was man noch braucht, wenn man mit einem "Dutch Oven" kochen will

Unbedingt:

  • Gute Grillbriketts (vor allem, wenn man gerade erst anfängt)!
  • Gute Grillhandschuhe – Gusseisen wird sehr heiß!
  • Einen stabilen Deckelheber – der Deckel ist schwer, also besser nicht mit irgendwelchen Besenstielen oder Ästen hantieren!
  • Eine gute Kohlenzange!

Nach Belieben:

  • Ein stabiles Dreibein – wenn man den Topf nicht direkt IN die Glut stellen, sondern ihn darüber aufhängen möchte
  • Eine robuste Feuerschale, einen Pfannenknecht und einen Untersetzer aus Metall

Was man sonst noch wissen sollte!

Da ist zunächst einmal die Sache mit der Kohle. Im Grunde muss man nur zwei Dinge wissen, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Vorweg: Am besten kocht es sich mit Grillbriketts. Sie brennen sehr gleichmäßig ab, was sie sehr gut einschätzbar und berechenbar macht.

1. Wie viele Kohlebriketts sollte ich beim Dutch Oven kalkulieren?

Das bekommt man mit einer Faustformel heraus: Man multipliziert das Volumen des Topfes (nicht den Deckel mitrechnen!) mit dem Faktor 4.

Hat der Topf also z.B. 5 Liter Fassungsvermögen, dann sollte man mit 5 x 4 = 20 Briketts rechnen.

2. Wie viele Briketts kommen wohin?

Auch ganz einfach:

Suppen und Eintöpfe mögen 1/3 der Briketts auf dem Deckel und 2/3 unter dem Topf.
In unserem Beispiel würden also ca. 6-7 (glühende) Briketts auf dem Deckel liegen und 13 – 14 unter dem Topf. (Leichte anteilige Abweichungen verzeiht der Feuertopf mit einem Lächeln: Es ist ja eben keine exakte Wissenschaft, was schließlich auch den Reiz an der Sache ausmacht.)

Brot, Kuchen und andere Backwaren mögen 2/3 der Briketts auf dem Deckel und 1/3 unter dem Topf.
13 – 14 Deckel, 6 – 7 Topf

Fleisch und Gemüse haben es gerne ausgewogen. ½ oben, ½ unten.
10 Deckel, 10 Topf

3. Wie heiß und wie lange?

Auch hier wieder eine Faustformel: Im Grunde macht der Dutch Oven (wenn man alles richtig macht) dasselbe, wie der Backofen in der Küche. Seine Gartemperatur liegt zwischen 160 und 200 Grad Celsius – und die Garzeiten sind entsprechend. Schmorfleisch oder Schichtfleisch ist nach ungefähr 70 bis 90 Minuten fertig, Suppen oder Eintöpfe – je nach Zutaten / Gemüsen nach ca. 60 bis 70 Minuten. Es ist auch nicht schwer, es zu kontrollieren: Einfach nach ca. einer Stunde den Deckel heben und nachsehen!

Ein gut gepflegter und behandelter Dutch Oven hält ewig! Nach Benutzung abkühlen lassen und mit heißem Wasser spülen. Keine Stahlschwämme, Seife oder Reiniger verwenden! Diese zerstören die Patina, die natürlicher Weise ein Anbrennen der Speisen verhindert. Wenn Speisereste etwas hartnäckiger sind, den Feuertopf mit etwas Wasser darin erneut erhitzen und einweichen lassen, sodass sich die Reste lösen.