Das Hüftsteak

Ganz schön verwirrend

International herrscht eine verwirrende Vielfalt bei der Bezeichnung des Cuts - offenbar sind Metzger weltweit besonders kreativ. In den USA wird die breite Hüfte ‚top sirloin butt‘ genannt, die schmale dagegen ‚sirloin filet‘; wenn das Fleisch aus dem minderwertigeren Hüftdeckel geschnitten wird, nennen sie es ‚sirloin cap‘, oder sie bezeichnen die ganze Hüftsteak-Familie ganz allgemein als ‚sirloin butt‘ (das ist alles schon allein deshalb falsch und verwirrend, weil ‚loin‘ nichts anderes bedeutet als ‚Lende‘). In Großbritannien findet man es als ‚hump‘ oder als ‚topside steak‘.

Geradezu irreführend ist allerdings das, was die Franzosen sich ausgedacht haben: In Frankreich heißt das Hüftsteak nämlich ‚Rumsteak‘ (und das Rumpsteak: Côte). Hier geht der Einfallsreichtum der Fleischer und Metzger eindeutig zu weit und selbst der österreichische Begriff ‚Hüferscherzel‘ nimmt sich dagegen vergleichsweise harmlos aus.

Ein ‚Huftsteak‘, wie man es zunehmend in Restaurants angeboten bekommt, ist übrigens auch nur ein (schweizerisch) Hüftsteak: Ohne ‚Ü‘ aber dafür meistens ein paar Euro teurer.

Ganz schön beliebt

In Deutschland hat sich der Cut aus der Hüfte zu einem der beliebtesten Rindersteaks gemausert. Denn: Eine für Steaks noch ziemlich gut geeignete Konsistenz - verbunden mit einem besonders günstigen Preis. Typisch für ein Hüftsteak sind seine kurzen, recht feinen Fasern, seine besondere Fettarmut und sein kräftiger Geschmack.