Was den Steinpilz ausmacht

Im Gegensatz zu sehr vielen anderen Pilzsorten ist es nicht möglich, Steinpilze zu züchten, bzw. künstlich anzupflanzen oder zu kultivieren. Steinpilze sind immer ein reines Naturprodukt, was den Vorteil hat, dass sie besonders aromatisch sind und auch recht unterschiedlich schmecken und aussehen können. Allen gemein ist allerdings das feste Fleisch, das auch bei längeren Garprozessen nicht weich, fad oder glitschig wird.

Schätzungen gehen davon aus, dass jedes Jahr ungefähr 100.000 Tonnen Steinpilze gesammelt und gehandelt werden, was sich nach mehr anhört, als es weltweit ist. Auch wegen der langwierigen ‚Ernte‘ von Hand ist der Steinpilz im Vergleich zu Zuchtpilzen relativ hochpreisig.

Typischer Weise wachsen die Fruchtkörper, wenn die Temperaturen sinken und die Feuchtigkeit deutlich zunimmt – also erstens, wenn der Herbst kommt und zweitens vor allem in der Nacht. Ein Steinpilz wächst nachts bis zu dreimal so schnell, wie tagsüber. Der Hut kann in 24h um bis zu 2cm an Umfang zunehmen. 

Was sonst noch interessant ist

‚Boletus edolis‘ – so lautet der lateinische Name und der ist darauf zurückzuführen, dass schon die Römer (und heute noch die Italiener) ganz versessen auf die Köstlichkeit der Wälder waren und sind. Übersetzt bedeutet ‚boletus‘ ungefähr ‚bester Pilz überhaupt‘ und ‚edolis‘ heißt nichts anderes, als ‚essbar‘.

Es gibt verschiedene Steinpilz-Arten, der populärste ist der Fichtensteinpilz, der mittlerweile fast überall auf der Welt zu finden ist. Er lebt in einer Art Lebensgemeinschaft mit dem Nadelbaum und wird meistens in einem Radius von 1 – 2,5 Meter rund um den Stamm der Fichten gefunden.

Obwohl der Steinpilz auf der Südhalbkugel eigentlich nicht vorkommt und auch nicht kultiviert werden kann, gibt es ein beachtliches Vorkommen im neuseeländischen Christchurch. Das ca. 80 Quadratkilometer große Areal ist darauf zurückzuführen, dass europäische Siedler Mitte des 19. Jahrhunderts ein paar heimische Bäume pflanzten (u.a. auch Fichten) und auf diese Weise den Pilz ‚importierten‘, der zu diesem Zeitpunkt bereits in Symbiose mit den Nadelhölzern stand.