Fasan

 

Dieser seltsame Mensch

Man mag es kaum glauben, aber es stimmt: Besonders in Großbritannien werden jedes Jahr Fasane allein zu dem Zweck gezüchtet und aufgezogen, kurze Zeit später frei gelassen und in aller Ruhe von einem meist recht wohlhabenden Freizeitschützen abgeknallt zu werden. Dass das alleine jetzt noch kein verwundertes Augenreiben auslöst, ist klar. Geradezu unvorstellbar aber ist die Zahl der Tiere mit diesem Schicksal: Allein auf der britischen Insel sind das nämlich 35.000.000. 35 Millionen. Pro Jahr. Puh. Wer soll die alle essen?

Der Fasan ist und bleibt eines der meistgejagten Landlebewesen und auf jeden Fall der meistbejagte Vogel der Welt. Im Grunde ist das auch nicht weiter verwunderlich, weil er gut schmeckt, nicht besonders gut fliegen kann und deutlich zu erkennen ist (zumindest die männlichen Exemplare laufen aus Gründen, die nur sie kennen, so auffällig wie nur irgend möglich durch die Gegend und machen zusätzlich auch noch durch sehr laute Geräusche auf sich aufmerksam - aber dazu weiter unten mehr, freuen Sie sich drauf!).

Dieser seltsame Vogel

Fasane stammen ursprünglich aus dem orientalischen und asiatischen Raum. Wahrscheinlich sind sie mit den Griechen und Römern nach Westeuropa gekommen.

Die Hähne sind selbstmörderischbunt und können eigentlich nichts Besonderes, die Hennen sind graubraununauffällig und können 10 bis 18 Eier pro Gelege, die Küken sind Nestflüchter und können 12 bis 14 Tage nach dem Schlüpfen fliegen, wenn man das so nennen will. (Andererseits ist das ein bisschen ungerecht: Sie können schon fliegen und das sogar ziemlich schnell (Reisegeschwindigkeit ca. 60 km/h, Alarmstart ca. 90 km/h). Es sieht nur eben vollkommen lächerlich aus und weit kommen sie auch nicht. Sie sind eher Senkrechtstarter, die bei Gefahr ‚aufbaumen‘, d.h. steil in den nächsten Baum flattern, dort auf eine glückliche Landung hoffen und darauf, nicht entdeckt zu werden.)

Sie fressen alles, was sich gut aus dem Boden scharren und picken lässt. In den ersten vier Wochen am liebsten Insekten, Schnecken, Wühlmausbabies und Regenwürmer, danach bevorzugen sie eher pflanzliche Nahrung.

 

Diese seltsamen Steine

Natürlich haben auch diese wundersamen Tiere ein, zwei Tricks auf Lager, die uns staunen lassen. Da sind zum Einen die so genannten ‚Gastrolithen‘ zu erwähnen, also kleine Kieselsteine, die mit Wonne aufgenommen und verschluckt werden, damit sie im Magen gegeneinander reiben und wie Mini-Mühlsteine das Getreide zermahlen.

Der zweite Trick bleibt den weiblichen Tieren vorbehalten und das hat auch seinen Sinn. Zur Fortpflanzungszeit suchen und finden die Hennen besonders kalkhaltige Kiesel, weil sie für die ganzen Eierschalen natürlich das entsprechende Baumaterial benötigen – und bei bis zu 18 Eiern ist das eine ganze Menge. Es ist umstritten, aber manche Gelehrte sind der Meinung, dass die Hennen den besonders hohen Kalkgehalt der Steinchen tatsächlich am Geschmack erkennen.

Dieser seltsame Ernst

 

Wir machen das normalerweise ja nicht, aber weil wir es nicht besser ausdrücken könnten - und weil uns vor allem der ‚heilige Ernst‘, in dem der folgende Text geschrieben wurde, irgendwie zu Herzen geht - zitieren wir wörtlich aus der deutschen Wikipedia; das wollen wir Ihnen wirklich nicht vorenthalten:

„Der Fasanenhahn verfügt über ein breites Lautrepertoire, das zu einem großen Teil aus unmelodisch rauen, krähenden oder metallisch lauten Rufen besteht. Häufigster Ruf ist der Revierruf, der zur Fortpflanzungszeit, vereinzelt aber auch im Herbst zu hören ist – ein zweisilbiges, lautes und unmelodisches göö-gock oder kotock (…). Die individuellen Rufe einzelner Hähne sind dabei auch für das menschliche Ohr gut zu unterscheiden. Diesjährige Hähne äußern im Herbst bereits eine noch nicht ganz ausgereift klingende Variante. Aufgescheuchte Hähne geben ein gögök ähnlicher Qualität von sich, das bei Aufregung gereiht vorgetragen wird und sich zu einem fast kreischenden kuttuk-kuttuk kuttuk kuttuk-uk steigern kann (…). Beim abendlichen Aufsuchen des Schlafplatzes wird zur Fortpflanzungszeit ein zwei- bis dreisilbiger Melderuf, ein kokokok oder toketok, geäußert. Weitere Rufe sind meist nur während des Balzgeschehens oder bei Kampfhandlungen zu vernehmen, wie ein in Balzstimmung laufend geäußertes, gluckendes gu gu gu guuu oder der Futterlockruf gaugau gau oder kutj kutj kutj. Von streitenden Hähnen hört man ein trr-trr-trr-trr oder ein tiefes, raues krrrah als Kampfruf. Misstrauen wird mit vorgestrecktem Kopf und einem krrk-Laut ausgedrückt.

Die Lautäußerungen der Hennen sind wenig auffällig und selten zu vernehmen. Aufgescheucht äußern sie ein zischendes zi-zik zi-zik oder bei großer Erregung ein durchdringendes iii-äss iii-äas. Die bei Streitigkeiten unter Hennen geäußerten Laute ähneln denen der Hähne. Als Paarungsaufforderung wird ein raues kia kia abgegeben.

Führt das Weibchen Küken, kann man bisweilen einen tiefen, gereihten Warnruf, einen gluckenden Sammelruf oder ein hohes ki ki ki …als Lockruf vernehmen. Die bis zu sieben Wochen alten Küken äußern ein ter-rit oder ter-wit als Stimmfühlungsruf. Der Warnlaut ist ein lautes tjurip. Fühlen sie sich verlassen, geben sie ein langgezogenes tiieerp von sich.“

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Fasan#Stimme)

Wunderbar.

 

 

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