Wie man Fleisch am besten auftaut

Wie lange Fleisch bei einer konstanten Temperatur von –18 °C tiefgefroren bleiben kann, hängt von seiner Art ab. Im Anschluss sollte es aufgetaut und verarbeitet werden. Besonders lang halten sich Rind- und Kalbfleisch sowie Hähnchen mit 8 bis 10 Monaten. Lamm ist tiefgefroren zwischen 6 und 10 Monaten haltbar. Mageres Schweinefleisch kann 5 bis 7 Monate im Tiefkühler lagern, fettes Schweinefleisch hingegen nur 2 bis 3 Monate. Pute hält sich bis zu 7 Monate, Ente maximal 6 Monate. Hackfleisch sollten Sie bereits früher auftauen und verzehren: Mageres Hackfleisch nach 2 bis 3 Monaten, fettes bereits nach 2 Wochen.

Es gilt die Faustformel: je fetter, umso kürzer ist die Lagerfähigkeit.

Warum ist die Lagerfähigkeit bei eingefrorenem Fleisch begrenzt?

Sie müssen immer bedenken, dass die schädlichen Mikroorganismen wie Bakterien, Hefen oder auch Schimmelpilze im Tiefschlaf nicht absterben, sondern sich nur noch sehr langsam vermehren. Aber sie vermehren sich! Dieses Keimwachstum ist der wichtigste Grund dafür, dass man Fleisch, Fisch oder auch Geflügel keineswegs unbegrenzt einfrieren kann.

Nach einer gewissen Zeit ist der Keimdruck zu hoch und das Fleisch beginnt zu verderben.

Und auch beim Auftauen werden sie wieder aktiv und können das Fleisch leicht verderben lassen. Daher sollten Sie beim Auftauen unbedingt ein paar Dinge beachten:

TIPP 1

Tauen Sie Fleisch nicht bei Zimmertemperatur auf, sondern immer in aller Ruhe im Kühlschrank. Wenn Sie die Oberfläche zu sehr erwärmen, dann haben die Erreger außen schon wieder beste Entwicklungsmöglichkeiten, während das Stück im Inneren noch gefroren ist.

Tipp 2

Vakuumverpacktes oder eingeschweißtes Fleisch lassen Sie beim Auftauen in der Folie. Haben Sie Fleisch allerdings in einer Kunststoffdose oder in Alufolie eingefroren, sollten Sie es zum Auftauen in ein Sieb geben, es gut abdecken und über einem Auffangbehältnis platzieren. Verwenden Sie die austretende Flüssigkeit nicht weiter, sondern schütten Sie sie weg! Und wenn mal schneller gehen muss: Sie können vakuumverpacktes Fleisch auch in einer Schüssel mit kaltem (!) Wasser auftauen.

Tipp 3

Vor allem bei Schweinefleisch und noch viel stärker Geflügel besteht eine erhöhte Salmonellengefahr. Das ist für den Verzehr kein Problem, wenn Sie Ihr Fleisch auf über 60 0C erhitzen, aber Sie sollten unbedingt vermeiden, dass die Salmonellen sich an Flächen oder Messern befinden, mit denen Sie andere Zutaten verarbeiten, die eben nicht erhitzt werden. Da reicht schon die eine Tomate für den Salat, die mit einem „Hähnchenbrustmesser“ geschnitten wurde. Reinigen Sie also vor der weiteren Verwendung alles, was mit dem rohen Fleisch in Berührung gekommen ist, mit heißem Wasser bei mindestens 60 Grad Celsius.