Süßkartoffel

Reingefallen! Was Sie auch immer denken mögen: Mit der Kartoffel hat eine Batate – zumindest botanisch gesehen – so gut wie gar nichts zu tun. Zwar gehören beide irgendwie zur Familie der Nachtschattenartigen, aber das warʼs dann auch schon. Obwohl also „Batate“ verdächtig nach „Potato“ klingt, ist die süße Knolle etwas ganz anderes, nämlich eher ein Windengewächs, ein kriechender, buschiger Bodendecker, dessen Sprossen je nach Art einen halben Meter bis 16 Meter lang werden können.

Und weil es bei dieser Länge für die Pflanze sehr schwierig werden kann, Wasser und Nährstoffe bis ans Ende der Triebe zu bringen, bildet sie in schöner Regelmäßigkeit verschiedene Wurzeltypen aus, die entweder Halt geben oder Nährstoffe und Wasser aus dem Boden beziehen oder Zucker zwischenspeichern können. Diese Speicherwurzeln sind schließlich das, was wir als Süßkartoffel bezeichnen, weil ihre Form der einer Kartoffel relativ ähnlich sieht. Allerdings können einzelne Bataten durchaus mehrere Kilogramm auf die Waage bringen, was bei Kartoffeln – dumme Bauern hin oder her – ja eher selten ist.

Voll im Trend

Wie bei so vielen Hochleistungspflanzen liegt der Ursprung der süßen Knolle in Mittel- und Südamerika, von wo sie zunächst ihre Reise über die Philippinen (Spanier, 16. Jahrhundert) nach Südostasien und später dann über Nordamerika nach Afrika (freigelassene Sklaven, 19. Jahrhundert) antrat. In Nordeuropa tat sich die Batate zunächst schwer, sicher auch, weil einerseits bereits die Kartoffel die kulinarische Nische besetzt hatte und weil sie andererseits zu ihrem Wohlergehen Temperaturen um die 24 Grad Celsius schätzt. Unter 10 Grad wächst sie so gut wie nicht mehr, bei Frost geht sie ein.

Erst in den letzten Jahren wurde die Süßkartoffel so richtig populär in unseren Breiten, was an ihren guten Kücheneigenschaften, ihrer Süße und vor allem an ihren reichen und interessanten Aromen liegt. Sie ist weder ein sogenanntes Superfood noch besonders kalorienarm noch besonders reich an Proteinen und auch Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente sind weitgehend mit denen von Kartoffeln oder zum Beispiel von Mais identisch. Dafür schmecken sie aber einfach toll.

Asien als größter Exporteur

Wie so oft hat China bei der Massenproduktion die Nase vorn und produziert über 70 Millionen Tonnen pro Jahr, auf dem zweiten Platz landet Malawi, worauf man ja nicht unbedingt kommen würde. Die in Deutschland gehandelten Bataten werden überwiegend von niederländischen und spanischen Händlern bezogen, sie werden hauptsächlich in Spanien, Portugal und Italien angebaut.

Die Sprossen sind übrigens essbar und können ähnlich wie Spinat zubereitet werden. Allerdings lohnt sich ihr Verkauf nicht wirklich, weil sie nicht gut haltbar sind und das Ganze dann für den Verbraucher einfach zu teuer wäre. Aber wenn Sie mal welche bekommen können: unbedingt ausprobieren!