Queller

Salziges Horn, abgeleitet von lateinisch salis, Salz, und cornus, Horn: Die offizielle Bezeichnung der in unseren Breiten als Queller bekannten Pflanze lautet „Salicornus“. Und es stimmt: Zum einen ist der Queller tatsächlich recht salzig, zum anderen erinnern seine Sprossenspitzen stark an ein Rinderhorn. Und weil er so edel, zart und saftig ist, wird er oft auch „Meeresspargel“ genannt.

Ganz schön salzig

Es gibt nur wenige Pflanzenarten überhaupt, die ganz gut mit salzigen Bedingungen zurechtkommen, zum Beispiel Seegraswiesen. Der Queller geht jedoch noch einen Schritt weiter – er ist ohne Salz überhaupt nicht lebensfähig und braucht nicht nur Licht, Luft und Boden, sondern eben auch seine regelmäßige Portion Salz. Kein Wunder also, dass er als Erstbesiedler die erste Landpflanze ist, der man begegnet, wenn man vom Meer aus landeinwärts blickt. Sehr gerne lebt er am Watt und in salzreichen, feuchten Habitaten, wie es sie auch im Binnenland gelegentlich gibt.

Am häufigsten aber findet man ihn wie gesagt an den Küsten, wo er sich am wohlsten fühlt. Sein Trick ist, dass er bei übermäßiger Salzzufuhr einfach mehr Wasser aufsaugt, wodurch einerseits die Salzkonzentration in den Zellen sinkt und die Sprossen andererseits – gut für uns – sehr saftig und knackig werden.

Was ist es denn nun?

Es ist kein Zufall, dass Sie den Queller beim Handelshof nicht bei Obst und Gemüse finden, sondern in unserer gut sortierten Fischabteilung. Manche sprechen nämlich auch von der „Queller-Alge“, eben weil er so eng mit dem Lebensraum Meer verbunden ist. Darüber hinaus ist er natürlich der perfekte Begleiter zu feinen oder auch kräftigeren Fisch- und Krustentiergerichten, weil er sozusagen von Natur aus ideal mit deren Aromen harmoniert.

Zubereitung und Verwendung

Die Zubereitung ist denkbar einfach: Er ist schnell blanchiert oder kann in der Pfanne kurz mit Butter ausgeschwenkt und direkt mit etwas Pfeffer serviert werden, Salz braucht er auf gar keinen Fall. Aber auch als Bereicherung eines frischen und besonderen Salates macht er sich gut. Einfach gründlich abwaschen und trocknen, eventuelle holzige Strünke abstreifen und genießen.

Wer sich zum Beispiel an Frankreichs Nordküste oder an der Nordseeküste schon mal ein Salzwiesenlamm gegönnt hat, der ist wahrscheinlich bereits mit dem Queller in Berührung gekommen. Die Schafe fressen den Queller nämlich mit größter Hingabe, sodass sich bereits in zartem Alter dessen feiner Salzgeschmack in ihrem Fleisch ablagert, was natürlich geradezu nach Queller als Beilage schreit.