KULTURGUT OLIVENÖL

Die Altlateiner unter uns ahnen es vielleicht schon: der Name Testaccio leitet sich vom römischen Wort testae ab und jetzt wird es plötzlich spannend, weil testae nichts anderes bedeutet als Scherbe.

Tatsächlich handelt es sich beim Monte Testaccio nämlich keineswegs um eine natürliche geologische Erhebung, sondern um eine künstlich über sehr viele Jahre aufgeworfene Schutthalde in der Nähe des ehemaligen Außenhandelshafens Roms. Ihr Inhalt? Tonscherben von Amphoren aus aller Herren Länder. Und weil diese Amphoren der Klasse Dressel 20 sozusagen Einweg-Produkte waren, wurden sie damals umgefüllt und danach schlicht und ergreifend zerschlagen.

Wenn Ihnen das zu langweilig ist, dann sollten wir uns zwei Zahlen etwas genauer ansehen. Archäologische Untersuchungen haben ergeben, dass es die Scherben von etwa 57 Millionen Amphoren sind, die den Monte Testaccio bilden. Und jede der Dressel 20 fasst 70 Liter, was in der Summe fast vier Milliarden Liter bedeutet. 3.990.000.000, um genau zu sein. Nur für Rom allein! Und wenn wir jetzt noch lernen, dass neben Getreide und Wein vor allem Olivenöl in ihnen transportiert wurde, dann sind wir jetzt endlich beim Thema. Mediterranes Olivenöl ist nicht nur uralt, sondern seit jeher ein außerordentlich beliebtes und begehrtes Gut.

Im Grunde hat sich bis heute an dieser Marktmacht nicht viel geändert, auch wenn Argentinien, Peru, Chile, Mexiko, Kalifornien und selbst China ebenfalls Erzeuger sind. Von den ungefähr 2,9 Millionen Tonnen Olivenöl weltweit wird wirklich der allergrößte Anteil mediterran gewonnen. Interessant zu wissen, dass 2017 übrigens die Gesamtproduktion an Tafeloliven bei 16 Millionen Tonnen und die Produktion von Olivenöl bei 2,7 Millionen Tonnen lag.

Den größten Pro-Kopf-Verbrauch 2016 weltweit hatte übrigens Griechenland mit beeindruckenden 14,9 Litern pro Kopf pro Jahr, gefolgt von Spanien mit 11,5 Litern und Italien mit 10,5 Litern. Danach kommen die Portugiesen mit 5 Litern pro Jahr. Deutschland nimmt sich dagegen geradezu lächerlich aus: 2016 verbrauchten wir pro Einwohner gerade mal 0,8 Liter. Sogar Österreich (1,2) und selbst die Schweiz (1,7) schlagen uns da deutlich. Lachhaft!