Streetfood

Von der Hand in den Mund: Die Idee, sich unterwegs eine kleine Stärkung zu verschaffen, ist wahrlich nicht neu. Im antiken Rom war es zum Beispiel überhaupt nicht normal, über eine Küche in den eigenen vier Wänden zu verfügen, sodass man geradezu gezwungen war, in eine Taverne zu gehen. Das war nicht unbedingt teuer, aber auf Dauer ganz sicher teurer, als sich auf dem Markt oder bei einem der vielen fliegenden Händler mit Essbarem zu versorgen. Auch hier und heute sind die Pommesbude, der Döner um die Ecke, die Pizza to go, der Reibekuchen auf die Hand und das Hotdog-Fahrrad längst Teil unserer gastronomischen Kultur geworden.

Streetfood ist nicht Fast Food

Das, was wir Streetfood nennen, hat allerdings mit den Klassikern des Straßenverkaufs nicht viel zu tun, denn erstens sollte man Streetfood nicht mit Fast Food verwechseln und zweitens ist es gerade die schier unglaubliche Bandbreite an Rezepten und Zutaten aus aller Herren Länder, die Streetfood zu dem machen, was es ist: die ganze Welt in einem Schälchen. Außerdem ist die Idee des Streetfood, in möglichst kurzer Zeit möglichst frische Gerichte zuzubereiten und eben nicht Produkte anzubieten, die schon seit Stunden nur warm gehalten werden. Der moderne Megatrend hat seine Wurzeln nämlich in deutlich wärmeren und feuchteren Ländern wie Südamerika, Indien, Afrika und natürlich Asien, wo Waren blitzschnell verderben können, wenn sie zu lange lauwarm bleiben, weshalb die Regel gilt: Schnell sein, heiß machen, einfache Rezepte, wenige Zutaten, sofort verspeisen. Allein in Bangkok versorgen über 20.000 Garküchen jeden Tag ca. 40 % der Stadtbevölkerung mit frischem Essen.

Streetfood ist Worldfood

Fast Food ist Streetfood also nicht im Sinne von „nicht langsam“, sondern eher im Sinne von frisch und fix, womit wir zur riesigen Speisenauswahl kommen. Am Ende ist vor allem eine Regel einzuhalten: Alles muss in ein Schälchen passen, damit es mit der einen Hand gehalten und mit der anderen gegessen werden kann – alles Weitere, also die Zutaten, die Rezepte, die Zubereitung, wird so ausgewählt, wie es der jeweilige Koch für lecker, machbar und gut verkäuflich hält. Asiatische Nudelgerichte sind ein moderner Klassiker, Fingerfood sicher ebenso – Hähnchenspieße mit Erdnusssoße und das eine oder andere Curry bilden dabei aber nur die Spitze des gastronomischen Eisbergs. Denn mit der zunehmenden Reiselust und digitalen Vernetzung kommen jetzt auch Zutaten und Rezepte von überallher, die lustvoll miteinander kombiniert und so zu Worldfood werden können. Alles ist möglich, wenn es nur eben frisch, schnell und handlich genug ist.

Streetfood ist auch gut für den, der es anbietet

Nicht nur der hungrige Eilige profitiert von der Streetfood-Bewegung. Auch der Betreiber, oft mit kleineren oder größeren Foodtrucks unterwegs, hat Vorteile: Erstens kann die Personaldecke viel dünner gehalten werden, als wenn man ein klassisches Restaurant betreibt. Zweitens entfallen die in den Innenstädten oft horrenden Mietkosten. Drittens müssen die Speisekarten nicht besonders umfangreich sein, sodass man auch mit kleinerem Equipment auf engem Raum gut zurechtkommt. Viertens lassen sich viele Zutaten sehr gut vorbereiten, was die Produktion vor Ort erheblich vereinfachen und beschleunigen kann. Fünftens ist man so mobil, dass man sich sehr gut an Wetter, Events, Straßenführungen, Marktplätze, Bewohner und Passanten anpassen kann oder auch einfach nur einen neuen Standort findet, wenn sich der alte als unzureichend herausstellen sollte. Last, but not least verkauft der Streetfood-Betreiber immer auch ein bisschen sich selbst mit. Wer also Spaß am Gespräch, an der Kommunikation mit neugierigen und unterschiedlichen Menschen hat, der kann durchaus eine gewisse Erfüllung erleben, wenn er seine kleinen Köstlichkeiten vertreibt.

Die deutlich geringeren laufenden Kosten haben übrigens wahrscheinlich dazu geführt, dass der Trend aus den USA zu uns gekommen ist: Mit der Finanzkrise konnten sich ziemlich viele renommierte und kreative Gastronomen die Mieten für ihre Restaurants einfach nicht mehr leisten, so legten sie sich stattdessen lieber einen guten Imbisswagen zu, kochten sehr lecker und der Rest – ist Geschichte …

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